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Landschaft Gemeinde Bad Ragaz
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Berichterstattung im Sarganserländer betr. Infos zur Rheinaufweitung aus erster Hand und direkt vor Ort

Mit der geplanten Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz soll der Rhein künftig wieder natürlich und dynamisch fliessen und der Schutz vor Hochwasser sichergestellt werden. Am Samstag haben die Verantwortlichen über den Projektstand informiert – vor Ort im Sarelliwald in Bad Ragaz. Das Interesse war gross.

Text von Susan Rupp, Berichterstattung im Sarganserländer vom 5. September 2022

Auf einer Länge von drei Kilometern zwischen der Tardisbrücke und der Fluppi soll der Rhein auf rund 170 Meter verbreitert werden; im Gebiet Sarelliwald – wo sich die Interessierten zum Infotag einfanden – in Form einer Flusslandschaft mit Naturschutz- und Erholungsgebieten sogar auf eine Breite von 260 Metern.

70 Millionen und 30 Jahre
Die Verantwortlichen des 70-Millionen-Projekts in den verschiedenen Bereichen standen am Samstag an Infoständen Red und Antwort. Klar ist: Auch wenn es bis zum Bauende noch elf und bis zum Abschluss der endgültig geplanten Form der Rheinaufweitung noch rund 30 Jahre dauern könnte, geht es vorwärts mit dem Projekt. Dazu Markus Jud, Gesamtprojektleiter: «Momentan wird das Auflageprojekt abgeschlossen, nächstes Jahr geht es in die Vorprüfung.» Danach müssen die Bau- und Bewilligungsverfahren durchlaufen und die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden.

Baustart im 2026 geplant
Läuft alles planmässig, wird mit Baustart im 2026 in einer ersten Etappe der Rhein auf der Bad Ragazer Seite aufgeweitet, wofür fünf Jahre vorgesehen sind. Darauf folgt eine Beobachtungsphase, die mehrere Jahre dauert. Diese diene der Überwachung des Grundwasserspiegels und der Entwicklung der Rheinsohle. Die Auswirkungen auf das Grundwasser, dessen Spiegel in der näheren Umgebung steigen könnte, bezeichnet Jud als eine der grossen Herausforderungen des Projekts.
In einer zweiten Etappe mit einer Bauzeit von zwei Jahren würden die Rheinaufweitung in Bad Ragaz fertiggestellt sowie die Seite Maienfeld realisiert. Während der gesamten Aufweitung des Flusses werden insgesamt rund 650 000 Kubikmeter Kies entnommen und bewegt.

Vom Naturschutz bis zur Grundwasserproblematik
Wichtig sei den Projektverantwortlichen von Anfang an gewesen, die Naturschutzorganisationen bei der Planung ins Boot zu holen, ergänzt Markus Jud. Vor Ort erfuhr man von den Fachleuten auch, dass die Rheinaufweitung dereinst in zwei Zonen eingeteilt wird: zwei Gebiete zur Naherholung, die jeweils auf einer Seite an einen Naturschutzbereich anschliessen und zum Baden, Grillieren und Spielen genutzt werden können. Auch nahe gelegene Parkgelegenheiten sind eingeplant.

Auenwald soll entstehen
Ziel der Rheinaufweitung sei zudem, so Urs Haslebacher, Fachmann Ökologie, dass im Auengebiet, wo die Infoveranstaltung stattfinde, ein Auenwald entstehen könne. Dies sei jetzt langfristig nicht möglich, weil das Gebiet von der Gewässer- und Überschwemmungsdynamik des Alpenrheins vollständig abgekoppelt und nicht überlebensfähig sei. Durch die künftig wieder vorhandene Verbindung zum Grundwasser entstehe andere Vegetation, mit Pflanzen, die feuchte Bedingungen bräuchten. «Das Wachstum soll schliesslich der Natur überlassen werden», so Haslebacher weiter. Auch Christian Jecklin, Fachmann Hydraulik und Geschiebe, betonte: «Das Ziel ist im Idealfall ein möglichst robuster, unterhaltsarmer Zustand.»

Quelle: Berichterstattung im Sarganserländer vom 5. September 2022


Infostand zum Thema Grundwasser: Das Interesse am Informationstag zur Rheinaufweitung ist gross. (Bild Susan Rupp)
Infostand zum Thema Grundwasser: Das Interesse am Informationstag zur Rheinaufweitung ist gross. (Bild Susan Rupp)

Datum der Neuigkeit 5. Sept. 2022