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Landschaft Gemeinde Bad Ragaz
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Öffentliche Auflage Stein- und Blockschlagschutzprojekt Guschakopf

    
Gemeinde Bad Ragaz
 
Öffentliche Auflage Stein- und Blockschlagschutzprojekt Guschakopf

Mit finanzieller Beteiligung des Kantons St.Gallen wurde für das gesamte Gemeindegebiet von Bad Ragaz eine Naturgefahrenkarte erstellt, und im Jahr 2011 konnte dieses Projekt abgeschlossen werden. Am 23. Januar 2016 trat am rund 250 m über der Talsohle gelegenen Guschakopf ein Ereignis auf, bei welchem sich rund 30-40 m3 Gesteinsmaterial lösten und zu Tal stürzten. Ein rund 7-8 Tonnen schwerer Felsblock übersprang die bestehenden Schutzbauten und kam auf der Felsenkellerstrasse zum Stillstand.
 
Als Sofortmassnahme wurden vor Ort Fels- und Waldreinigungen durchgeführt sowie Feldbegehungen und vertiefte Abklärungen mit Fachbüros vorgenommen. Weiter wurde die Naturgefahrenkarte von 2011 gemeinsam mit Bund und Kanton einer Neubeurteilung unterzogen. Es zeigte sich, dass Teile der angrenzenden Baugebiete neu als gefährdet gelten. Dies führte zur Ausarbeitung eines umfassenden Steinschlagschutzprojekts, das sowohl Massnahmen an der Felswand als auch die Erstellung von Netzverbauungen vorsieht. Zwecks Erarbeitung eines Bauperimeters wurde vom Gemeinderat eine externe Perimeterkommission eingesetzt.
 
Am 15. Dezember 2020 fand unter Einhaltung der COVID-19-Schutzvorschriften eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Eigentümer statt. An dieser Informationsveranstaltung wurden die Anrainer von Gemeindevertretern, Mitarbeitern des Kantons St. Gallen und Fachleuten aus erster Hand über den Stand der Abklärungen informiert. Im Frühjahr 2021 wurde gestützt auf Art. 4 Raumplanungsgesetz (RPG) ein Mitwirkungsverfahren für die Bevölkerung zu diesem Projekt durchgeführt. Innerhalb der Mitwirkungsfrist gingen mehrere Stellungnahmen ein, welche der Gemeinderat und die Perimeterkommission Guschakopf in der Folge schriftlich beantworteten. An der Sitzung vom 27. April 2021 nahm der Gemeinderat das Stein- und Blockschlagschutzprojekt Guschakopf befürwortend zur Kenntnis und gab es zur öffentlichen Auflage frei. Gleichzeitig erliess der Gemeinderat den Beitragsplan (Bauperimeter). In der Zwischenzeit wurden noch verschiedene privatrechtliche Verträge mit Grundeigentümern abgeschlossen und im Grundbuch eingetragen.
 
Das Projekt sieht Schutzmassnahmen an den Felswänden und den Bau von Schutznetzen oberhalb der Valenser-, Felsenkeller- und Weiligstrasse vor. Die Massnahmen am Fels umfassen kontrollierten Felsabtrag sowie Sicherungen mit Verankerungen und Netzen. Ergänzend ist geplant, dass einzelne Partien mit überwachten Messbolzen versehen werden. Für die Behebung der verbleibenden Schutzdefizite werden oberhalb des Siedlungsgebietes insgesamt sieben Schutznetze mit Höhen von 4 bis 5 m und Längen von 35 bis 85 m aufgestellt. Die Netze werden entsprechend den auftretenden Energien dimensioniert. Für die Realisierung der Massnahmen müssen, ergänzend zu den bereits umgesetzten temporären Massnahmen, noch weitere vorübergehende Massnahmen ergriffen werden. Die Gesamtkosten für sämtliche Schutzmassnahmen am Fels und die Schutznetze betragen Fr. 1'640'000. Darin sind die Vorleistungen in der Höhe von rund Fr. 320'000 enthalten.
 
Das Volkswirtschaftsdepartement stellte finanzielle Beiträge von Bund und Kanton in der Höhe von rund 70-80% der Gesamtkosten in Aussicht. Bei Projektkosten von Fr. 1'640'000 ergibt sich (bei 75%) ein Betrag von Fr. 1'230'000. Die Gemeinde ist grundsätzlich nicht verpflichtet, sich an den Kosten für die Schutzbauten zu beteiligen. Im Sinne einer Gleichbehandlung mit der Beteiligung an Wasserbauprojekten übernimmt die Gemeinde dennoch 25% der Kosten nach Abzug der Beiträge von Bund und Kanton (in Analogie zum Wasserbaugesetz Art. 40, Abs. 2) bzw. 6.25% der Gesamtkosten oder rund Fr. 102'500. Gemäss den allgemeinen Perimetergrundsätzen nach Strassengesetz (StrG) und Wasserbaugesetz sind Dritte beitragspflichtig, sofern ihnen ein Sondervorteil mit den Schutzbauten entsteht. Darunter fallen im vorliegenden Perimeter auch diejenigen Parzellen, zu deren Gunsten auf einem gefährdeten Grundstück ein Recht eingetragen ist. Unter Berücksichtigung der provisorischen Zusicherungen von Bund und Kanton (75%) und dem Anteil der Gemeinde (6.25%) verbleibt den Perimeterpflichtigen voraussichtlich ein Betrag von Fr. 307'500.00. Dies entspricht einem Anteil von 18.75% der Gesamtkosten.
 
Das Stein- und Blockschlagschutzprojekt Guschakopf (inkl. Bauperimeter) liegt nun samt Unterlagen während 30 Tagen – vom Mittwoch, 1. September 2021 bis Donnerstag, 30. September 2021 – im Rathaus Bad Ragaz, Gang 2. Obergeschoss, öffentlich auf. Die Visierung des Vorhabens im Gelände ist erfolgt. Die Grundeigentümer im Abstand von 30 Meter zu den Schutzmassnahmen wurden mit Bauanzeigen vom Bauprojekt in Kenntnis gesetzt. Die Beitragspflichtigen wurden mittels persönlicher Anzeige bereits über die öffentliche Auflage orientiert.



Datum der Neuigkeit 26. Aug. 2021