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Bad Ragaz mobil: Zusammenfassung der Bürgergespräche jetzt publiziert

    
Gemeinde Bad Ragaz
 
"Bad Ragaz mobil": Zusammenfassung der Bürgergespräche jetzt publiziert
 
Der Gemeinderat Bad Ragaz hat Anfang 2021 zusammen mit dem Tiefbauamt des Kantons St.Gallen das Verkehrskonzept zu «Bad Ragaz mobil» beschlossen. Interessierte konnten über die Webseite der Gemeinde ihre Fragen dazu einreichen. Ende März 2021 hat die Gemeinde Bad Ragaz Bürgergespräche zum Verkehrskonzept durchgeführt. Die Zusammenfassung dazu ist nun online auf www.badragaz.ch/de/badragazmobil verfügbar. Das vierte Info-Forum findet am Dienstag, 25. bzw. Donnerstag, 27. Mai 2021 zu denselben Themen statt, coranabedingt an zwei Daten.


Die Gemeinde musste das vierte Forum von «Bad Ragaz mobil» zum Verkehrskonzept wegen den Covid-19-Vorgaben verschieben. Den Dialog mit der Bevölkerung wollte sie dennoch weiterhin pflegen. Deshalb ermöglichte sie Interessierten, ihre Fragen und Meinungen zum Verkehrskonzept über die Webseite der Gemeinde einzureichen. Insgesamt haben rund 20 Personen davon Gebrauch gemacht, vorwiegend aus Bad Ragaz und Pfäfers. Die Gemeinde hat zudem alle Interessierten zu Bürgergesprächen eingeladen mit dem Gemeindepräsidenten Daniel Bühler, dem Vertreter des kantonalen Tiefbauamts Sascha Bundi sowie der Verkehrsplanerin der Firma EBP, Fabienne Perret. Am 30. März 2021 nahmen verschiedene Personen im Rathaus in kleinen Gruppen an den Gesprächen teil. Damit konnten die Covid-19-Schutzbestimmungen eingehalten werden. Die Zusammenfassung der Fragen und Antworten wurde nun auf www.badragaz.ch/de/badragazmobil in anonymer Form publiziert.

Grossteil der Fragen zur Bestvariante Niedriggeschwindigkeitszone
Das Verkehrskonzept definiert die Stossrichtung für die weitere Verkehrsentwicklung in Bad Ragaz und setzt sich aus mehreren Massnahmen zusammen. Herzstück ist die Temporeduktion im Dorfkern. Diese Niedriggeschwindigkeitszone hat von mehreren Varianten, den Dorfkern zu entlasten, am besten abgeschnitten. Die Gemeinde wird im Herbst 2021 beantragen, diese Bestvariante im Rahmen des kantonalen Strassenbauprogramms umzusetzen.

«Ich befürworte das Verkehrskonzept für Bad Ragaz und es wäre schön, wenn dieses mit der Zone 30 so bald als möglich umgesetzt wird». Wie diese Aussage einer Bürgerin aus Bad Ragaz beispielhaft zeigt, gab es in der Fragerunde diverse zustimmende Voten zum Verkehrskonzept. Einige der Fragenstellenden können den Entscheid zur Bestvariante aber nicht nachvollziehen, dies insbesondere aus einer übergeordneten Sicht oder als Einwohner der Nachbargemeinde Pfäfers. Die Zusammenfassung der Bürgerfragen legt daher einleitend grundsätzliche Überlegungen zur Niedriggeschwindigkeitszone dar. Die wichtigsten Punkte daraus sind:

  • Das Verkehrskonzept ist gesamtheitlich ausgelegt: Es geht nicht nur um die Autofahrenden, die sich relativ kurz auf der Durchfahrt durch den Dorfkern befinden und leicht längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen. Im Fokus steht primär auch die Beeinträchtigung der dort lebenden und wirtschaftenden Personen; sie sind dem Verkehr permanent ausgesetzt. In den verschiedenen Foren äusserten sehr viele Teilnehmende den Wunsch, das Oberdorf attraktiver zu gestalten und dieses aufzuwerten. Auch aus Sicht der Nachhaltigkeit hat sich die Einrichtung einer Niedriggeschwindigkeitszone als beste Lösung erwiesen.
  • Die Fahrzeit verlängert sich um max. 16 Sekunden pro Fahrzeug und Durchfahrt. Der betreffende volkswirtschaftliche Effekt wurde im Variantenvergleich berücksichtigt.
  • Im nationalen Kontext bevorzugen auch andere Gemeinden Lösungen wie Temporeduktionen, um die negativen Auswirkungen des Verkehrs zu minimieren. Als Reaktion auf diese Entwicklungen wurde die «Schweizer Guideline zum Entwurf von Hauptverkehrsstrassen innerorts» überarbeitet. Auch im Gesetz ist die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf Hauptverkehrsstrassen unter bestimmten Bedingungen explizit vorgesehen. Im Falle von «Bad Ragaz mobil» wird derzeit in einem Verkehrsgutachten untersucht, inwiefern diese entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

  
Die Zusammenfassung erläutert auch, warum der Gemeinderat Bad Ragaz und der Kanton St.Gallen alternative Lösungen nicht weiterverfolgen. Der Hauptgrund ist, dass deren Kosten höher sind als ihr Nutzen.
  
Weshalb keine Doppelstrategie mit Umfahrung?

In den Medien forderten einzelne Stimmen, dass der Gemeinderat eine Doppelstrategie verfolgen und neben der Niedriggeschwindigkeitszone auch eine Umfahrung ins kantonale Strassenbauprogramm eingeben solle. «Es ist nicht opportun und zielführend, zwei Projekte einzugeben, die das gleiche Verkehrsproblem lösen sollen, erklärt Sascha Bundi vom kantonalen Tiefbauamt.
 
Es steht fest, dass eine Niedriggeschwindigkeitszone die Anzahl Fahrzeuge im Dorfkern nicht minimiert. Heute sind dies 4'100 Fahrzeuge pro Tag; 2'000 Fahrzeuge davon sind nur auf der Durchfahrt. Mit der Temporeduktion und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten, den öffentlichen Raum zu gestalten, lassen sich jedoch die verschiedenen Ziele des Verkehrskonzepts erreichen – und zwar mit weniger Investitionen und innert kürzerer Zeit. Neben der höheren Aufenthaltsqualität im Dorfkern sollen auch die Anteile des Fuss- und Veloverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs erhöht und der Ausweichverkehr von der Autobahn minimiert werden. Damit kommt es im ganzen Dorf zu weniger Beeinträchtigungen für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Umwelt. Zudem ist erwiesen, dass eine Temporeduktion zu weniger Stau und zu einem homogeneren Verkehrsfluss führt. Ziel ist nicht, im Dorfkern den Verkehr zu entflechten, sondern den vorhandenen Platz im Mischverkehr zu nutzen: Wo alle Verkehrsteilnehmenden aufeinander Rücksicht nehmen sowie sicher und gern unterwegs sind. Weiter bietet die Niedriggeschwindigkeitszone für das Gewerbe im Oberdorf neue Chancen und die Einwohnenden Bevölkerung von Pfäfers wird von Bad Ragaz sowie dem dortigen Dienstleistungsangebot nicht abgeschnitten.

Viertes Info-Forum Ende Mai 2021
Wer mehr zum Verkehrskonzept erfahren möchte, kann sich bis am Mittwoch, 19. Mai 2021 HIER (oder telefonisch unter 081 303 49 50 / Gemeinderatskanzlei) zum Info-Forum anmelden. Aufgrund der Covid-19- Vorschriften wird die Veranstaltung zweimal durchgeführt, am Dienstag, 25. bzw. Donnerstag, 27. Mai 2021, Start jeweils um 18.30 Uhr, im Mehrzweckgebäude an der Fläscherstrasse 10. Beide Abende laufen identisch ab.



Datum der Neuigkeit 3. Mai 2021